Geschichte | 

Sander veredelt seit nun mehr als 100 Jahren.

 

August Sander

Im Jahre 1876 wird August Sander als Sohn eines Grubenzimmerhauers in Herdorf im Siegerland geboren. Schon früh interessiert er sich für das rasant entwickelnde neue Medium Photografie. Insbesondere der dokumentarische und realitätsgetreue Charakter photographischer Darstellung fasziniert August Sander. Unter dem von Ihm gewählten Terminus „exakte Photographie“, versammeln sich nicht nur Serien- und Portraitreihen ganzer Arbeitsstände und Berufsklassen, sondern auch subtile, kritische, wie auch wissenschaftliche Ansätze und Perspektiven das Jetzt und Hier seiner Epoche zu problematisieren. So etwa schreibt Walter Benjamin zu August Sander: „Der Autor ist an diese ungeheure Aufgabe nicht als Gelehrter herangetreten, nicht von Rassentheoretikern oder Sozialforschern beraten, sondern, wie der Verlag sagt, >>aus der unmittelbaren Beobachtung<< [Walter Benjamin, Gesammelte Werke, Kleine Geschichte der Photographie]

 

Sander und Köln

August Sander fühlte sich eng verbunden mit der Stadt Köln, in der er von 1911 bis zu dem Beginn der Kriegswirren 1942/43 lebte und am 20.04.1964 starb. Sein Grab befindet sich heute auf dem Friedhof Melaten. Den Flaneur von heute erinnert eine Gedenktafel an der Dürener Str. 201 an seine Werk-und Wohnstätte; der August-Sander-Park wurde im Mai 2014 feierlich eingeweiht. Das umfangreiche Archiv, mit mehreren tausend Originalabzügen und -negativen, befindet sich in der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur und führt Interessierte durch u.a. geführte und wechselnde Ausstellungen.

Link: http://www.photographie-sk-kultur.de/august-sander/august-sander/

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Sander

 

Rolf Röder

Als Gerd Sander, der Enkel August Sander, den Betrieb in Köln mit seinem Vater Gunther Sander weiterführt, stellt er den Fotografenmeister Rolf Röder ein, der seinen Abschluss gerade erst in Hamburg erwarb und an seinen Geburtsort zurückkehrte. Rolf Röder, fasziniert von den raschen Fortschritten der Phototechnik, wie etwa der E6 Entwicklung und den ständigen Verbesserungen der filmischen Auflösung, baut mit betriebswirtschaftlichen Geschick im Jahre 1973 ein Unternehmen auf, welches er zunächst Sander Photo und Werbetechnik GmbH nennt. 1989 erfolgt die Gründung von Sander Schrift & Bild und das Fotofachlabor Sander Citylab GmbH. In Kooperation mit Fujifilm entsteht der Sander Bilderservice und eine Kooperation mit Kleffel & Aye führt zum Verkaufsstudio für Fachkäufer und vertreibt Kameras, Objektive, wie auch Zubehör.

 

Röder und Köln

Den digitalen Wandel und die globalisierenden Effekte erkennend, firmiert er im Jahre 2001 in Sander Digital Pictures GmbH um. In Ehrenfeld auf der Venloer Straße entstand die erste Gewerbehalle, der Standort in der geschichtsträchtigen Straße „Unter Krahnenbäumen“, die damals zu den orginalen Straßen mit kölschem Flair zählte, sowie ein erweiternden Neubau folgten. Neben dem wesentlichen Kölner Standort, erweiterte der Geschäftsführer Rolf Röder den Betrieb und das Vertriebsnetz durch Übernahme der Wendel GmbH Düsseldorf (1997), heute Sander Imaging GmbH, wie auch der Boss Color GmbH in Frankfurt (2000), heute unter Sander Media GmbH bekannt. Bis heute ist Rolf Röder mit seiner Heimatstadt, der Fotografie in Köln, wie etwa die seit 1998 bestehende Chargesheimer Gesellschaft und der Geschichte, wie auch der Familie Sander selbst sehr verbunden.

Link: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/rheinisches-bildarchiv/unter-krahnenbaeumen

Link: http://www.bilderbuch-koeln.de/Strassen/Unter Krahnenbäumen

 

Sander und das 21. Jahrhundert

Das Bild, zu Zeiten Daguerres noch in mehrstündigen Prozeduren durch belichtete Silberplatten entstanden, später dann durch das Silberhalogenidverfahren ersetzt und heute in digitalen Bits und Bytes gespeichert, erfährt Anfang des 21. Jahrhunderts die digitale Revolution, die sich jedermann ins eigene Wohnzimmer holen kann. Fotos werden vorwiegend in Datenbanken verwaltet, Reproduktionen und Druckverfahren werden Laien dank neuen Technologie zugänglich, Bild-und Urheberrechte erhalten neue juristische Geltung. Neue Bildformate und hochauflösende Techniken, wie z.B. HDR erweitern das Marktangebot.

Die Firma Sander Digital Pictures passt sich in 100 jähriger Firmengeschichte immer wieder dem veränderndem Zeitgeist und Technologien an. Ein breitgefächertes Angebot, ob vom FineArt-Scan für ein historisches Archiv bis zum Fototeppich im Messebau, oder dem Fassadenbanner mit 200 Meter Lauflänge. Spezialisiertes und fachlich versierte Mitarbeiter mit hoher Eigenmotivation fertigen Produkte passgenau den Kundenwünsche an, oder tragen durch Forschungsaufträge und Zertifizierungen zum Erfolg des Unternehmens bei. Eine genaue Marktanalyse, betriebswirtschaftliche Erfahrung und innovative Ansätze verhelfen zur produktiven Verschmelzung von Tradition und Innovation.

 

Julian Röder und Sander

Der Sohn von Rolf Röder, Julian Röder, studierter Wirt.-Ingenieur in Maschinenbau, tritt mit insgesamt 4 neuen Produktansätzen die Nachfolge im Unternehmen an. Mit ökologischem Bewusstsein und als die Generation der Nachhaltigkeit beginnt eine neue Ära der Firmengeschichte von Sander. Im Jahre 2012 erfolgt der Umzug von der Innenstadt in die neu ausgebauten Hallen nach Ehrenfeld und damit die Schwerpunktverlegung auf großformatige hochqualitative Stoffdrucke. Dies entspricht im Wesentlichen der traditonellen Produktion hochwertiger In-House-Produkte von früher.

Im Gegensatz dazu beschäftigt sich Röder und sein dreiköpfiges Ingenieursteam in einem dreijährigen geförderten Forschungsprojekt durch das Bundesministerium der Bildung und Wissenschaft. So näherte man sich hier zum ersten Mal in der Firmengeschichte dem stark wachsenden Marktsegment ‚out-of-home‘.

Aktuell und pünktlich zur Photokina 2016 stellt Sander ergänzend zum immer noch wichtigsten Segment FineArt Printing, das hoch interessante Verfahren ‚Liquid Gloss‘ vor, dass nun durch eine maschinelle Fertigung bei einem attraktiveren Preis die Marktreife erlangte.